Kannst du eigentlich Schwimmen?

Kinder und Jugendliche in Deutschland lernen immer später schwimmen. Warum ist das eigentlich so?

Die Zahl der Nichtschwimmer in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der geschlossenen Schwimmbäder. Nicht ohne Grund wird Deutschland in diesem Zusammenhang "das Land der Nichtschwimmer" genannt.

Die DLRG führte 2016 eine Studie durch, bei der 52% der Befragten äußerten, dass sie Nichtschwimmer sind oder nur sehr schlecht schwimmen können. Zudem sind 60% der Zehnjährigen unsicher im Wasser. Nur noch 36% der Grundschüler in Deutschland haben Schwimmunterricht. Woran liegt das?

Viele Schwimmbäder schließen und oft haben Schulen nicht die Möglichkeit Schwimmunterricht anzubieten, da Schwimmbäder zu weit weg sind. Auch die Eigeninitiative vieler Eltern, den Kindern schwimmen beizubringen, geht zurück. Oft ist die notwendige Zeit nicht vorhanden oder es wird unterschätzt, wie wichtig es ist, sich im Wasser sicher bewegen zu können. Dass ihr allerdings schon in jungen Jahren Schwimmen lernen solltet, zeigt die Statistik der DLRG. Die Todesfälle durch Ertrinken sind von 2017 auf 2018 von 380 auf 506 Personen gestiegen. Darunter befanden sich im letzten Jahr 71 Kinder und Jugendliche.
(Quelle: https://www.dlrg.de/presse/pm-ertrinkungsstatistik)

Ich kann nicht schwimmen! Was nun?

Im Kreis Kleve gibt es für Kinder eine Vielzahl an Möglichkeiten schwimmen zu lernen. In den meisten Schwimmbädern werden passende Kurse angeboten.

Auch für Jugendliche und Erwachsene gibt es Kurse, die in der Regel einen schnellen Erfolg versprechen. In unserer Region kann man zum Beispiel an Jugendliche- und Erwachsenen-Schwimmkurse in Goch, Straelen und Rheurdt teilnehmen. Genaue Informationen dazu findet ihr rechts in der Liste und auf den jeweiligen Internetseiten.


Die Schwimmabzeichen

Das wohl bekannteste Schwimmabzeichen ist das Frühschwimmerabzeichen "Seepferdchen". Es gibt allerdings  viele weitere Abzeichen wie zum Beispiel die Jugendschwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer), Silber und Gold. In der Regel können die Abzeichen während des Schwimmunterrichts in der Schule erworben werden. Aber auch während eurer Freizeit bieten fast alle Schwimmbäder die Möglichkeit, einzelne Abzeichen zu erlangen.

Die einzelnen Anforderungen für die Jugendschwimmabzeichen
Jugendschwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer)

  • Sprung vom Beckenrand und mindestens 200m Schwimmen in höchstens 15 Minuten
  • einmal ca. 2m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen eines Gegenstandes
  • Sprung aus 1m Höhe oder Startsprung
  • Kenntnis der Baderegeln

Jugendschwimmabzeichen Silber

  • Startsprung und mindestens 400 m Schwimmen in höchstens 25 Minuten, davon 300m in Bauch- und 100m in Rückenlage
  • zweimal ca. 2m Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen je eines Gegenstandes
  • 10m Streckentauchen
  • Sprung aus 3m Höhe
  • Kenntnis der Baderegeln und der Selbstrettung

Jugendschwimmabzeichen Gold

  • Mindestalter von neun Jahren
  • 600m Schwimmen in höchstens 24 Minuten
  • 50m Brustschwimmen in höchstens 1:10 Minuten
  • 25m Kraulschwimmen
  • 50m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder 50m Rückenkraulschwimmen
  • 15m Streckentauchen
  • Tieftauchen von der Wasseroberfläche mit Heraufholen von drei Tauchringen aus einer Wassertiefe von etwa 2 Metern innerhalb von 3 Minuten in höchstens 3 Tauchversuchen
  • Sprung aus 3m Höhe
  • 50m Transportschwimmen: Schieben oder Ziehen
  • Kenntnis der Baderegeln
  • Hilfe bei Bade-, Boots- und Eisunfällen (Selbst- und einfache Fremdrettung)

Für die einzelnen Jugendschwimmabzeichen benötigt man also eine gute Vorbereitung. Mit der richtigen Erfahrung und Übung ist es aber fast allen Kindern und Jugendlichen des passenden Alters möglich die Abzeichen zu erlangen.


Achtung!

Viele sind der Ansicht das mit Erhalt des Seepferdchens von einem Sicheren Schwimmkönnen ausgegangen werden kann. Das Abzeichen dient jedoch lediglich dazu Kinder ans Wasser zu gewöhnen. Erst nach Erhalt des Bronze-Abzeichen können Kinder und Jugendliche als vollwertige Schwimmer angesehen werden und sind damit schwimmfähig.

Es ist also nie zu spät Schwimmen zu lernen. Als guter Schwimmer könnt ihr im Fall der Fälle nicht nur euer eigenes Leben, sondern auch das eines anderen Menschen retten.