Endstation Mobbing

Mobbing - ein sensibles und wichtiges Thema. Das Theaterstück "Endstation" war für uns ein Anlass, noch mal genauer hinzuschauen.

Immer wieder werden wir mit Mobbing konfrontiert. In jeder Altersklasse gibt es Mobbing und deshalb geht diese Art von Gewalt uns alle an. In den letzten Jahren wurden jede Menge Statistiken über Mobbing erarbeitet und in manchen Fällen geben bis zu 50 Prozent der befragten Jungen und Mädchen an, schon einmal Opfer von Mobbing geworden zu sein.

"Endstation" zeigt, wohin Mobbing führen kann

Endstation - so hieß das Theaterstück nach Sabrina Gabler, das die Theater-AG des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums im Konzert- und Bühnenhaus der Wallfahrtsstadt Kevelaeraufgeführt hat. Darin geht es um Gewalt an der Schule und wohin Mobbing führen kann.

Die Story: Evi, Stefan und Kai sind drei Jugendliche, die von ihren Mitschülern und Lehrern ständig dumme Sprüche einstecken müssen. Besonders Stefan und Kai werden oft als "die Opfer" bezeichnet. In der Schule sind sie die Außenseiter und niemand möchte so wirklich etwas mit ihnen zu tun haben. Die Konflikte führen dazu, dass Stefan, Kai und Evi sich immer unwohler in der Schule fühlen. Um sich von den Sorgen abzulenken, greifen die drei auch zu Alkohol und Zigaretten.

Selbst als der eher verschlossene Stefan sich irgendwann gegenüber seiner Lehrerin öffnet und ihr von den Problemen erzählt, nimmt diese ihn nicht ernst. Sie denkt lediglich, dass solche Probleme in der Pubertät normal sind. Kai entschließt sich dann, die ganze Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er baut eine Bombe...

Interview

Athena spielt das Mädchen Evi, das zusehen muss wie ihre beiden besten Freunde in der Schule fertig gemacht werden. Wir haben uns nach der Aufführung kurz mit ihr unterhalten.

JF Courage: Wie fühlst du dich jetzt und was hat die Rolle mit dir gemacht?

Athena: Ich bin sehr nachdenklich geworden und man fragt sich, wie man selbst mit seinen Mitmenschen umgeht. Es ist auch schwer zu verstehen, wie etwas wie Mobbing überhaupt passieren kann. Mobbing ist schließlich nicht nur Thema in diesem Theaterstück, es ist Alltag.

JF Courage: Was sind deine persönlichen Erfahrungen? 

Athena: Auch ich persönlich habe Mobbing mitbekommen, allerdings nicht so extrem, wie es in dem Theaterstück dargestellt wurde. Ich befürchte, dass jeder mindestens einmal in seiner Schulzeit Opfer von Mobbing wird. Jeder, der das mitbekommt, sollte etwas unternehmen. Auch in Situationen, in denen Lehrer Schüler ungerecht behandeln. Nur weil jemand Lehrer ist, hat er noch lange nicht das Recht, einen Schüler unfair zu behandeln oder bloß zu stellen. Leider passiert das aber immer wieder.

JF Courage: Aber was kann man tun?

Athena: Wenn jeder sich verantwortlich fühlen würde, etwas gegen Mobbing zu tun, hätte Mobbing keine Chance. Egal, wer man ist: ob Lehrer, Schüler, Vater, Mutter oder wer auch immer. Wir müssen verhindern, dass sich die Opfer womöglich selbst die Schuld für das Verhalten von anderen Personen geben und sollten nicht immer nur an uns denken.

JF Courage: Wie war es für dich, in die Rolle der Evi zu schlüpfen?

Athena: Ich  habe viel von Evi gelernt. Als Freundin von Stefan und Kai, die sich ja später das Leben genommen haben, war ich natürlich sehr betroffen. In meinem Monolog, den ich am Ende des Stücks gehalten habe, wollte ich dem Publikum eine Botschaft mit auf den Weg geben. "Kümmert euch!

Text und Fotos: Johanna Wilbers