Mein Hobby - Singen in einem Knabenchor

“Out” oder doch “cool”? 

 

In den letzten Artikeln zum Thema „Mein Hobby“ ging es um Sportarten, die immer populärer werden. Heute geht es um ein eher untypisches Hobby – das Singen in Knabenchören. 

Sobald jemand sagt „Ich bin Sänger in einem Kirchenchor“ denken die meisten an diszipliniertes Singen im Sonntagsgottesdienst. Das stimmt in gewisser Weise auch, aber zu dem Hobby gehören auch viele weitere Dinge, unter anderem auch tolle Aktionen zusammen mit anderen Sängern und verschiedene Freizeitangebote.

Was bedeutet es überhaupt, in einem Chor zu singen? 

Einem Chor anzugehören bedeutet in den meisten Kirchengemeinden weitaus mehr als am Sonntag in der Kirche zu singen. Insbesondere für die Kinderchöre gibt es viele weitere Aktionen und regelmäßige Treffen. 

Was viele nicht wissen, ist, dass es auch wirklich schwierige Lieder gibt und dass in den Chören nicht nur Kinderlieder gesungen werden.  Aus diesem Grund treffen sich die meisten Sänger einmal oder mehrmals in der Woche, um gemeinsam neue Lieder einzustudieren und alte zu üben sowie die einzelnen Stimmen zu verbessern. 

Die Stimme eines Sängers wird einer bestimmten „Stimm-Art“ zugeordnet, man unterscheidet bei den Stimmlagen vor allem zwischen „hoch“ und „tief“.  

Eine hohe Stimme, die besonders Mädchen, Frauen und Jungen vor dem Stimmbruch haben, nennt man Sopran und Alt. Eine tiefe Stimme, die besonders Jungen nach dem Stimmbruch bekommen, werden dem Bass und dem Tenor zugeordnet. Mithilfe dieser Einteilung können bestimmte Textstellen eines Liedes für die Stimmlagen verteilt werden und hören sich schöner und professioneller an. 

Woher kommen Chöre eigentlich und seit wann gibt es sie? 

Der wohl bekannteste und älteste Knabenchor sind die Regensburger Domspatzen. Sie wurden bereits im Jahr 975 gegründet. Bereits im Mittelalter gab es vor allem in Klöstern bestimmte Personen und Mönche, die für den Gesang während der Gottesdienste zuständig waren. Natürlich durften während der Gottesdienste alle mitsingen, doch der Gesang der Chöre war meist etwas ganz Besonderes.
Mädchen und Frauen war es damals verboten, in Chören zu singen, und erst im 20. Jahrhundert änderte sich diese Regel. Besonders in der Nachkriegszeit und den 60er und 70er Jahren bildeten sich neue, gemischte Chöre in denen auch Mädchen und Frauen singen durften. 

Interview mit einem Sänger 

Theo ist seit drei Jahren begeisterter Sänger im Kirchenchor der Gemeinde St. Marien Wallfahrtsstadt Kevelaer. In einem Interview erklärt er euch, warum sein Hobby für ihn so besonders ist.

Wie bist du zu diesem Hobby gekommen und woher wusstest du von dem Chor in deiner Nähe? 

Besonders an großen Festen wie Weihnachten oder in Hochämtern fallen die Chöre durch ihren besonderen Gesang auf. Ich habe mich dann gefragt, wie es wohl wäre, selber einmal mitzusingen und wie es ist, die Lieder gemeinsam mit anderen zu lernen und zu üben.

Was gefällt dir am Singen in deinem Chor? 

Ich habe schon immer gerne gesungen und war auch in der Schule in der so genannten „Chor-AG“. Das Singen in der Kirche ist allerdings nicht mit der AG zu vergleichen. Die große Orgel und die vielen „Zuhörer“ machen alles ganz besonders und wenn dann alle zusammen in einem Ton singen, hört es sich einfach super an. Auch wenn es manchmal stressig istmehrere Hobbys zu haben - ich gehe nämlich nach dem Chor jedes Mal noch zum Leichtathletik -, freue ich mich immer wieder auf die gemeinsamen Stunden und das Üben.

Warum würdest du dein Hobby anderen Kindern und Jugendlichen weiterempfehlen? 

Es macht sehr viel Spaß, gemeinsam die Lieder zu lernen und zu präsentieren. Man verbringt sehr viel Zeit miteinander und findet neue Freunde. Zudem lernt man, wie sich die eigene Stimme am besten anhört und verbessert sein eigenes Können. Man muss deshalb nicht der perfekte Sänger sein, um einem Chor beizutreten.

Der Knabenchor der Basilika aus der Wallfahrtsstadt Kevelaer, dem Theo angehört, fuhr im letzten Sommer sogar nach Barcelona, um an einem internationalen Treffen für Chöre aus der ganzen Welt teilzunehmen. Es gibt also weitaus mehr Aktionen als das Singen im Gottesdienst am Sonntag.

Text und Fotos: Johanna Wilbers für das Jugendforum Courage