Fridays For Future in Kleve

Am Freitag den 29. März fand unter Begleitung der Polizei die erste „Fridays For Future-Nachmittagsdemo“ in Kleve statt. Wir sind mitgelaufen.

© Foto: Johanna Wilbers

Von Johanna Wilbers

Am Freitag den 29. März fand in Begleitung der Polizei die erste „Fridays For Future-Nachmittagsdemonstration“ in Kleve statt. Zusammen mit ein paar Freunden habe ich an der Demonstration, die erst um kurz vor vier Uhr begann, teilgenommen und meine Erfahrungen und den Ablauf für euch festgehalten.

Bereits einige Tage vor der Demo haben sich meine Freunde und ich getroffen, um gemeinsam Ideen für mögliche Plakate zu sammeln, die während der Demonstration hochgehalten werden. Für uns war es wichtig, eine Botschaft zu finden, an die man sich erinnern kann und die im Gedächtnis bleibt. Unsere Wahl fiel auf den Spruch „Die Dinos dachten auch, sie hätten noch Zeit“ und so entstand am selben Abend unser Plakat.

Am Tag der Demo fuhren wir, das sind 16- und 17- jährige Jugendliche aus Wallfahrtsstadt Kevelaer, bereits kurz nach Schulschluss los in Richtung Kleve. Voller Vorfreunde, zum ersten Mal an einer Demonstration teilnehmen zu können, trafen wir in der Innenstadt einige andere Jugendliche, die ebenfalls auf dem Weg zum Treffpunkt waren. Jeder war gespannt, wie viele letztendlich auch an einem Nachmittag ihre Zeit in die Fridays For Future investieren.
Die Polizei war bereits vor Beginn stark vertreten und nach einiger Zeit sammelten sich immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Ehrenmal, dem festgelegten Startpunkt der geplanten Route.

Gegen kurz vor vier kamen schließlich alle in einem großen Kreis zusammen und es wurde zunächst für das Engagement jedes einzelnen Teilnehmers gedankt. Unter anderem wurden von den Organisatoren kurze Ansprachen von freiwilligen Teilnehmern gehalten zum Thema Klimaschutz, den Braunkohle-Ausstieg und warum wir endlich handeln müssen.
Mir persönlich ist sofort aufgefallen, wie sehr insbesondere die Kinder und Jugendlichen hinter ihrem Anliegen stehen.

Anwesend war an diesem Tag auch der Grüne EU-Politiker Jan Ovelgönne und Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing. Sie betonte in einer kurzen Rede, dass sie den Einsatz unserer Generation bewundert und hinter dem Anliegen der Fridays For Future -Demonstrationen steht.
Unter Begleitung der Polizei und ausdrücklicher Aufforderung der Organisatoren, friedlich zu demonstrieren, begann die Demo kurzer Hand später mit etwa 300 Teilnehmern, darunter nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern, Großeltern, Lehrer und alle, die sich für die Fridays For Future-Demonstrationen interessieren.
Auf dem Weg in Richtung Innenstadt wurden immer wieder gemeinsame Sprüche gerufen wie „Leute lasst das Glotzen sein und reiht euch in die Demo ein!“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft raubt!“.

Im Großen und Ganzen wurde mit den Sprüchen und den verschiedenen Plakaten viel Aufmerksamkeit erregt, die von den meisten Passanten positiv aufgenommen wurde. Viele Passanten, die eigentlich gerade in der Innenstadt unterwegs gewesen waren, nahmen sich die Zeit, um das Geschehen zu verfolgen.
Schlussendlich endete die Route um etwa viertel nach fünf am Ende der Innenstadt, wo die Demo auch offiziell aufgelöst wurde. Es blieben trotzdem alle Teilnehmer zunächst zusammen und es meldeten sich einige Freiwillige, um eine kurze Rede zu halten. Besonders im Gedächtnis geblieben ist den meisten wohl ein jüngeres, etwa 13 Jahre altes Mädchen. Vor allen Teilnehmern erzählte sie ganz stolz von ihrem Willen, etwas zu ändern und dass jeder bei sich selber anfangen kann, die Umwelt zu verbessern. Auch die Mutter kam kurz zu Wort und teilte mit, wie stolz sie auf das Handeln ihrer Tochter und allenr Anwesenden ist. Bevor alle wieder getrennte Wege gegangen sind, wurde abschließend die der Polizei für ihre Hilfe und Organisation gedankt.


Deutliche wurde vor allem auch ein Anliegen der Organisatoren bestätigt, nämlich dass wir Jugendlichen nicht nur vormittags an den Demonstrationen teilnehmen, um die Schule zu schwänzen, sondern auch an einem Nachmittag, in unserer Freizeit, hinter dem Wunsch einer besseren und überarbeiteten Klimapolitik stehen. Die Klever Nachmittags-Demonstration wird wohl auch in Zukunft erneut stattfinden. Es ist jeder herzlich eingeladen, die Erfahrungen bei einer „Fridays For Future-Demonstration“ selber einmal zu sammeln.