Mein Sport - Cheerleading

Viele kennen Cheerleading nur aus amerikanischen Filmen und wissen nicht, dass es sich dabei um einen Sport handelt, der auch in Deutschland immer mehr Zuspruch bekommt.

Cheerleading hat sich in den vergangenen Jahren zu einer selbstständigen Wettkampfsportart entwickelt, bei der es besonders auf Teamfähigkeit und Zusammenhalt ankommt.  

Besonders in den USA, dem Ursprungsland des Sports, sind die Cheerleader ein wichtiger Bestandteil bei Sportarten wie American Football, Eishockey und Basketball. Sie feuern Mannschaften an, treten aber auch selbst bei Wettkämpfen gegen andere Cheerleader an. 

Der Sport ist erst in den 1980er Jahren nach Deutschland gekommen und vielen in der Welt des Sports noch fremd.

Was ist Cheerleading überhaupt?

Die Cheerleader feuern Mannschaften beim American Football, Eishockey oder Basketball an, sie führen Kunststücke auf, tanzen und rufen anfeuernde Texte - die so genannten Cheers. Da Sportarten wie American Football in Deutschland nicht so populär sind, haben sich die meisten Cheerleader-Teams auf den Wettkampfsport konzentriert. Trotzdem findet man vereinzelt Teams, die zum Beispiel beim Eishockey dabei sind und Spieler anfeuern und unterstützen. 

Darüber hinaus nehmen die Teams auch an Wettkämpfen teil, trainieren oft sogar mehrmals die Woche und studieren eine turnerische, tänzerische und akrobatische Kür ein. Eine Kür lässt sich in verschieden Elemente und Übungen unterteilen. Die Übungen sind in einigen Fällen riskant und anspruchsvoll, und sehen dementsprechend beeindruckend aus. 

Das Vorurteil, dass Cheerleading ausschließlich für ein Hobby Mädchen ist, überholt sich mehr und mehr. Immer öfter gehören auch Jungs zu den Teams. Sie sind eine gute Hilfe bei Übungen, in denen es auf Kraft ankommt. Gemischte Teams dürfen bei den Meisterschaften sogar schwierigere Übungen ausführen als reine Mädchen-Teams.

Geschichte und Ursprünge

Das Cheerleading hat den Ruf eines reinen Mädchensports, daher ist es schwer zu glauben, dass die ersten Cheerleader Männer waren. 

Die Geschichte des Sports beginnt 1898 bei einem amerikanischen Studenten, der seine Football-Mannschaft anfeuern wollte. Er feuerte seine Freunde an, zudem rief er auch einige motivierende Sprüche. Daraus gründeten sich in weitere Folge die "Yell Captains", das erste Cheerleader-Team. 

In den 1920er Jahren machten sich auch Frauen mit dem Sport vertraut, sie waren allerdings in den Anfängen nicht gerne gesehen. Im Laufe der Zeit gab es immer mehr weibliche Teams. Damit bekam das Cheerleading den Ruf eines Mädchensports. 

Erst in den 1980er Jahren wurde Cheerleading auch in Deutschland bekannt. Seit 1992 gibt es jährlich Deutsche Meisterschaften. 

Der Sport ist im Vergleich zu anderen Sportarten noch relativ neu, weshalb viele mit dem Begriff des Wettkampfsport Cheerleading nicht wirklich etwas anfangen können.

Interview mit einem Cheerleader

Um das Cheerleading besser kennen zu lernen, habe ich mich mit Annika getroffen.Sie war vor drei Jahren auf der Suche nach einem neuen Hobby und traf auf das Cheerleading. Seitdem ist sie bei den Kevelaerer Queens dabei. Die Queens - so heißt das Team aus der Wallfahrtsstadt Kevelaer - trainieren im Moment für Meisterschaften, an denen sie bald teilnehmen möchten.

Annika erzählt, dass sie am Cheerleading besonders den Mix aus Turnen, Springen, Stunten und Tanzen schätzt. Weiterhin erzählt sie: "Auch der Zusammenhalt innerhalb des Teams wird immer stärker, je mehr wir trainieren. Er ist auch wichtig, um untereinander die Übungen zu lernen und eine Routine für die Kür zu entwickeln. Das Einzige, was ich wirklich schade finde, ist, dass viele das Cheerleading nicht als Sport ansehen. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren ändert und noch mehr Leute Interesse für diese Art von Sport zeigen."  

Das Cheerleading ist eine ernst zu nehmende Sportart, von der wir in den nächsten Jahren bestimmt noch mehr hören werden. Falls ihr euch nun für den Sport interessiert, könnt ihr gerne in der Infobox an der Seite vorbeischauen. Dort findet ihr einige Vereine aus dem Kreis Kleve, die Cheerleading anbieten.

Text und Fotos: Johanna Wilbers für das Jugendforum Courage