Geocachen – Schatzsuche vor der Haustür

Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche und besonders gut geeignet, die Umgebung besser kennen zu lernen. Zwei Jungs erklären, wie es geht.

Auf der Suche nach der eingegebenen Geokoordinate.

Für Jos und Lennart beginnt der Tag mit der Qual der Wahl. Wer auf der Internetseite www.geocaching.com zum Beispiel den Begriff Kevelaer eingibt und den Suchradius auf 5 Kilometern beschränkt bekommt 278 Ergebnisse angezeigt. Das heißt 278 unterschiedliche kleine Schätze, direkt vor der Haustür. Die beiden Geschwister sind erfahrene Geocacher. Sie haben das Spiel in einem Ferienlager kennen gelernt.

„Das Prinzip ist ganz einfach“, erklärt der Ältere der Brüder. „Überall auf der Welt werden von Geocachern kleine Dosen versteckt und der Ort wird dann anhand einer Geokoordinate im Internet veröffentlicht.“ Laut der Website gibt es derzeit über 2,7 Millionen aktive Caches auf der ganzen Welt. „Das einzige was man zum Finden eines Caches benötigt ist ein Gerät, in dem man Geokoordinaten eingeben kann“, ergänzt sein 11-jähriger Bruder. Ein solches Gerät kann ein GPS-Gerät sein. Günstige Geräte gibt es ab etwa 40,00 EUR. Es funktioniert aber auch mit jedem handelsüblichen Smartphone. Wir sind mit einem iPhone unterwegs, auf der eine Geocaching-App installiert ist.

Fotos: Geöffneter Geocache
Geöffneter Geocache - Fotos: Thomas Binn

Mittlerweile haben die Jungs sich für einen Cache entschieden und wir machen uns auf dem Weg. Nach einigen Kilometern mit dem Rad, sind wir schon fast am Ziel. Es sind gut 500 Meter, die wir gemeinsam in den Wald laufen. Nach 10 Minuten gibt unser Gerät an, dass wir unser Ziel erreicht haben. Nun ist Suchen angesagt. Die Sender in Mobiltelefonen sind nicht so genau, wie die in GPS-Geräten. Eine Ungenauigkeit von 15 Metern muss man, je nach Empfangsqualität in Kauf nahmen. Geocachen folgt immer den gleichen Regeln. Auf Grundlage einer Geokoordinate wird eine Dose gesucht. Diese Dose kann unterschiedlich groß sein. Darin befindet sich ein sogenanntes Logbuch, in dem man seinen Namen und den Zeitpunkt des Fundes vermerkt. Häufig findet man darin auch kleine Gegenstände zum tauschen. Wichtig ist, dass die Dose wieder an die Stelle zurück gelegt wird, an der sie lag.

Unsere Dose haben wir bald gefunden. Hier gibt es Informationen, wie es weiter geht. Thematisch drehen sich Caches immer um ein anderes Thema. Mal geht es um Filme, Musik, Bücher, Geschichtliches, Natur oder manchmal auch um Spaßrätsel. Auf der Website sind die Caches gut beschrieben und so weiß man in der REgel schon vorher, worauf man sich einläßt. Wir haben es nach rund 2 Stunden geschafft. Die letzte Station wurde gefunden, der Cache wurde gehoben.

Geocachen ist ein Spaß für die ganze Familie, mit dem sich jeder Sonntagsspaziergang zu einem echten Event aufwerten lässt. Schon kleiner Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren haben das Prinzip schnell begriffen und große Freude an der Sucherei. Für kleinere Kinder ist es allerdings wichtig, Caches zu suchen, die nicht allzu schwierig sind. Jungs im Alter von Lennart und Jos, ziehen auch schon mal alleine los.

Geocaches werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt.

Tradi - So nennt man einen Cache, der aus nur einer Dose besteht. Dennoch kann das Auffinden schwierig sein, je nach Größe oder Art des Verstecks.

Multi - Bei einem Multicache handelt es sich um einen Geocache, der auch mehreren Stationen besteht, so wie der von uns gesuchte. Die Schwierigkeit hängt von der zu lösenden Aufgabe ab.

Themencache - Tradi´s oder Multi´s können in unterschiedliche Themenbereiche eingeordnet werden, die es leichter machen, den richtigen Cache zu finden. Es gibt Kinder- oder Nachtcaches, Mystery-, Unterwasser- oder Eventcaches.

Schwierigkeitsstufen - Geocaches sind in Schwierigkeitsstufen von 1 bis 5 aufgeteilt. Für Anfänger  empfiehlt es sich, mit einfachen Caches zu starten.